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· Ausstellungen 2009 - 2019

· Mittelrhein-Museum

· Art Edition

limitierte Edition erschienen bei Salt&Pepper, Belgien
erhältlich in der WERKSTATT
Clemensstr. 16, 56068 Koblenz



weitere Objekte / more objects

· Mitgliedschaft / Urheberrecht

Eva Maria Enders ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Thüringen ( www.vbkth.de ) und wird urheberrechtlich vertreten durch die Verwertungsgesellschaft Bildkunst ( www.bildkunst.de ).

Eva Maria Enders - Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Maria_Enders

 
 

Gemeinschaftsausstellung "fragile lebenswelten"

18.06.2017 - 12.07.2017 im Kapitalsaal der Klosteranlage Rommersdorf

Norbert Bleidt / Christel Hermann / Aloys Rump / Eva Maria Enders
 

Neue Arbeiten von Eva Maria Enders

"Fragile Lebenswelten" heißt eine Kunstausstellung, die gestern in der Abtei Rommersdorf in Neuwied eröffnet wurde. Beteiligt ist unter anderem die Koblenzer Künstlerin Eva Maria Enders (Foto), die neueste Arbeiten in der
Schau vorstellt. Ihre Werke, seien es nun kreisrunde Bilder oder meterlange Stelen, sind strukturreich und reliefartig – Effekte, die die Künstlerin unter anderem erzeugt, indem sie Pigmente mit Säuren reagieren lässt. An der
Ausstellung, die von der Telefonseelsorge Mittelrhein anlässlich
ihres 50-jährigen Bestehens veranstaltet wird, sind zudem die
Künstler Aloys Rump, Christel Hermann und Norbert Bleidt beteiligt.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. Juli.

RZ 19.06.2017
 

Fragile Lebenswelten

 

 

Von der Kraft und der Zerbrechlichkeit

Ausstellung Kunst zum 50-jährigen Bestehen der Telefonseelsorge Mittelrhein in Rommersdorf

Von unserer Mitarbeiterin Lieselotte Sauer-Kaulbach

Heimbach-Weis. Wie zerbrechlich das Leben sein kann, wissen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Telefonseelsorge Mittelrhein am besten: Sie sind offen für alle, die bei ihnen Rat und Hilfe oder einfach jemanden zum Zuhören suchen.
Im vergangenen Jahr konnte der Verein sein 50-jähriges Bestehen feiern. Das ist auch Anlass für ine Ausstellung mit Arbeiten von vier Künstlern der Region im Kapitelsaal der Abtei Rommersdorf.
Passenderweise ist diese Ausstellung "Fragile Lebenswelten" überschrieben, ein Thema, dem sich die vier Beteiligten auf ganz unterschiedliche Art und Weise widmen, das gerade an diesem Ort, in dem dreischiffigen Kapitelsaal, der mit seinem von wuchtigen, gedrungenen Säulen getragenen Kreuzrippengewölbe, seinen kostbaren alten Keramikfliesen Dauer und Fortbestand signalisiert, zusätzlich aufgeladen wird.
Der in Boppard lebende Aloys Rump nähert sich dem Thema mit an seine frühen Arbeiten erinnernden Objekten: einem unter den Jochen des Mittelschiffs aufgestellten Tisch, beklebt, wie der aus ihm gleichsam herauswachsende trockene Ast mit Auszügen aus T. S. Eliots "Waste Land". Dessen 433 Zeilen sind ihrerseits Dokument einer Lebenskrise seines Schöpfers. Einer Krise, für die auch das einsam auf einem langen Stab gesteckte kleine Segel oder der wie ein düsterer Schicksalsbote wirkende Rabe stehen könnten. Seit Langem sind die Zerbrechlichkeit, Wandelbarkeit und Vergänglichkeit menschlicher Existenz Thema im Schaffen Christel Hermanns. Das manifestiert sich auch im verwendeten Malgrund. Hermann erschafft ihre Bildkompositionen aus Pigmenten, Schiefermehl, Rheinsand und Bims nicht mehr auf Leinwand, sondern auf lichtdurchlässigen Kunstharzschichten. So auch in ihrer Werkserie "Archiv des Lebens". Das verstärkt den Eindruck des Zerbrechlichen, macht die Notwendigkeit eines "inneren Schutzortes", wie sie es selbst formuliert, umso nachvollziehbarer, eines Schutzortes, für den leitmotivisch das Halbrund eines mehr oder minder deutlich erkennbaren Nestes steht. In der neuen Werkserie der Koblenzer Malerin Eva Maria Enders, ihren "Arrondi", ihren runden Bildern beziehungsweise in an die Wand gelehnten Bildstelen, stehen für diese Verletzlichkeit alles Existierenden
an Adern, Wurzeln, Blattrippen erinnernde Strukturen. Gespinste, die sich in warmen, natürlichen Farben und teilweise wie ein unendliches Ornament über die gesamte Bildfläche ausdehnen, die gerade in dieser vermeintlichen Unendlichkeit auch an die immer wieder sich erneuernde Kraft der Natur denken lassen. Ein ähnlicher Kontrast kommt in den großformatigen Bildern Norbert Bleidts zum Tragen. Zwar wecken gewaltige menschliche, männliche Aktfiguren, mit entschlossenen Pinselstrichen regelrecht auf die Leinwand gemeißelt, den Gedanken an den gekreuzigten Christus, an Leid und Tod. Ihnen zur Seite gestellt aber ist der für den Künstler markante, an Größe der menschlichen Figur nicht nachstehende Hahn, erotisch aufgeladenes Zeichen männlicher Kraft, eines unbändigen Lebenswillens, der fragile Lebenswelten ertragen hilft.

Die Ausstellung im Kapitelsaal ist bis Mittwoch, 12. Juli, während der Veranstaltungen der Rommersdorfer Festspiele zu sehen.

RZ 21.06.2017

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