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· Ausstellungen 2009 - 2019

· Mittelrhein-Museum

· Art Edition

limitierte Edition erschienen bei Salt&Pepper, Belgien
erhältlich in der WERKSTATT
Clemensstr. 16, 56068 Koblenz



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· Mitgliedschaft / Urheberrecht

Eva Maria Enders ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Thüringen ( www.vbkth.de ) und wird urheberrechtlich vertreten durch die Verwertungsgesellschaft Bildkunst ( www.bildkunst.de ).

Eva Maria Enders - Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Maria_Enders

 
 

Presse / Texte


RZ 09 2008

Zwei Künstlerinnen und ihr Dialog

Galerie Steinacker zeigt von morgen an Arbeiten von Eva Maria Enders und Setsuko Ikai

KOBLENZ. Beide begannen ihren Dialog praktisch von entgegengesetzten Ausgangspunkten. Die eine, die in Koblenz geborene Eva Maria Enders, kommt von der europäischen Kunst, vom Informel her. Sie setzt sich seit mehr als zehn Jahren intensiv mit asiatischer, insbesondere chinesischer Kunst auseinander. Die andere, die in Tokio geborene Setsuko Ikai, die seit Langem in Europa lebt, beschritt genau den umgekehrten Weg. Die von morgen an in der Galerie Ursel Steinacker zu sehenden Resultate dieses künstlerischen Dialogs erscheinen verblüffend verwandt.

Darauf deutet schon der Titel der Ausstellung "Urlandschaften": Nichts von außen und auf Teufel komm raus Übergestülptes, sondern etwas aus den Arbeiten heraus Entwickeltes. Wenn die Malerin und Grafikerin Setsuko Ikai, die zunächst in Japan, dann in Lissabon, in Essen und Düsseldorf studierte, von ihren Bildern sagt, sie seien "innere Landschaften, Essenz meiner Erinnerungen, meiner visuellen Vorstellung, meiner Wahrnehmungen, ausgedrückt durch Linien und Farben", dann gilt dies kaum weniger auch für diejenigen von Eva Maria Enders.

Das zeigt schon die Tatsache, dass die neuesten Arbeiten der zunächst als Textilgestalterin beginnenden Malerin die Auseinandersetzung mit der Philosophie des Taoismus widerspiegeln. Also mit dem "Dao" als ewigem Wirk- und Schöpfungsprinzip, das sich in fortlaufender, fließender Bewegung und Wandlung offenbart. Genau jenes Fließen, jene Wandlung, aber auch die Suche nach dem Weg, der es dem Menschen erlaubt, in möglichstem Einklang mit diesen Prinzipien zu leben, beherrschen die mit Acryl auf Leinwand gemalten Bilder. Rot, Grün, Weiß: Farben, denen in der chinesischen Farbenlehre besondere Bedeutung zukommt (das Rot zum Beispiel als Farbe von Glück und Wohlstand, das Weiß für Trauer und Unglück) fließen horizontal über die Bildfläche, vermischen sich, mäandrieren, halten inne. Sie strudeln weiter, formieren sich zu Landschaften, die ihr Urbild nicht in der Realität, sondern im eigenen Inneren haben.

Genau wie diejenigen von Setsuko Ikai, die als Grafikerin in den 90er-Jahren und bis zu seinem Tod 2005 intensiv mit Rolf Sackenheim zusammenarbeitete. Traumhaftes, ätherisches Blau oder warme Erdfarben bestimmen ihre seelischen, in Öl auf Leinwand geschaffenen "Urlandschaften". Es sind Farben, in denen zeichnerische, die Verbindung zum nicht minder überzeugenden grafischen Werk der Japanerin herstellende Elemente "schwimmen". Gebilde, die jenseits von Zeit und Raum existieren. Inseln oder Oasen, die dem Auge Halt im ansonsten auch hier schier endlosen Schweben und Fließen bieten. Orte des Rückzugs, der Meditation. Vielleicht zeichnet sich hier auch der markanteste Unterschied zwischen den Arbeiten der beiden Künstlerinnen ab: zwischen Bildern, die noch von dynamischer, gestischer Unruhe erfüllt sind, und Kompositionen, die eine große Ruhe und Abgeklärtheit atmen.    (ls)

Die Ausstellung wird in der "Langen Nacht der Museen" eröffnet und ist nach telefonischer Vereinbarung in der Galerie Steinacker, Markenbildchenweg 13, bis zum 6. Oktober zu sehen. Infos unter Telefon 0261/366 52 oder unter 0171/742 80 30. Am Eröffnungsabend spielt ab 20 Uhr die Band X-Dream.

Rhein-Zeitung - Ausgabe Koblenz und Region vom 05.09.2008, Seite 22.
 

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